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Gute Worte

Immer wieder einmal gibt es kurze Texte – Gedichte, Gebete, kurze Prosa –, die für Menschen hilfreich sein können. In loser Folge werden diese Miniaturen hier veröffentlicht.

Impuls zum Thema "Gebet" im Konfi-Block

Von Caro Wojtynia für den Konfi-Block zum Thema "Gebet" am 21. November 2020:

Wenn ich durch die Stadt laufe, sehe ich immer wieder Leute, die sich auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit das Handy vor den Mund halten und einfach drauflosreden. Ich fühle mich dann immer etwas ertappt, weil ich selbst lieber kurze Nachrichten schreibe. Oft fehlen mir nämlich die richtigen Worte für das, was mir auf der Seele liegt.

Bei Gott ist das da schon einfacher, obwohl Gebete ja auch so etwas wie Sprachnachrichten an Gott sind. In der Bibel findet sich sogar ein Hinweis darauf, was möglicherweise seine Telefonnummer wäre, wenn er denn eine hätte: 50-15.

Denn in Psalm 50, Vers 15 steht: Wenn du in Not bist, rufe mich an.

Da steht nicht „Bete möglichst lange“, und es heißt auch nicht „sprich durch die Blume“. Wir sind eingeladen, mit Gott wie mit unserer besten Freundin oder unserem besten Freund zu reden: frei von der Leber weg und ohne etwas schönzureden.

Ich darf auch auf den Tisch hauen. Gott ist nicht empfindlich. Wir dürfen unserer Wut Raum geben, wir dürfen traurig sein, wir dürfen aber natürlich auch loben und für schöne Erlebnisse danken.

Jesus selbst hat im Garten Gethsemane zum Vater gebetet, und das nicht unbedingt mit Lob und Dank. Oder Hiob: er hat alles verloren, was ihm im Leben lieb und teuer gewesen ist, er ist sogar furchtbar krank geworden. Und seine Meinung dazu hat er deutlich zur Sprache gebracht.

Und gerade jetzt ist es schön zu wissen: Wir brauchen keine Kirche, um Gott nahe zu sein und zu beten. Nirgendwo steht, dass er Sperrzeiten hat. Ich kann ihn spätnachts anrufen, wenn mich meine Sorgen wach halten, oder ich kann mich nachmittags bei einer Tasse Tee oder Kakao auf das Sofa setzen und einfach losreden. So, wie ich das mit meinem besten Freund machen würde.

Ob ich jetzt beim Autofahren ein Stoßgebet losschicke, weil ein Krankenwagen an mir vorbeifährt, oder ob ich kurz an einen lieben Menschen denke und darum bitte, dass Gott ihn behütet: ich weiß, ich werde gehört. Ganz egal, ob ich ein längeres Anliegen habe, oder ob ich nur eine kurze Nachricht loswerden möchte: Gott ist nie offline.

Amen.

Gebet

Lieber Gott,

es wird eine neue Erde geben.
Die kleinen Lichter, die Menschen aussenden, sind ein Zeichen für Deine Gegenwart.
Noch haben wir Menschen keine Vorstellung von der Welt wie sie in Zukunft sein wird.

Möge Dein Licht weitere Lichter zum Strahlen, zum Leuchten bringen.
Wie ein unendlicher Kettenbrief weitergereicht werden kann.
Ob die Kerze dann rund, dünn, dick, weiß, gelb, rot oder anders aussieht,
das Licht, welches sie gibt, ist immer warm, leuchtend hell.
Es hat immer die gleiche Wirkung.

Wir singen von „The power off Love“, von der Kraft der Liebe.
Schenk uns Menschen bitte den Mut, die Herzensweisheit zu leben.
Danke.
Amen.

(Gebet von einem Menschen aus unserer Gemeinde im Mai 2020)